Krematorium D

Das Krematorium Düsseldorf wurde im Jahr 1980 mit zwei gasbefeuerten Etagenofenanlagen, System Ruppmann, und Gewebefilter zur Staubabscheidung ausgerüstet. Zur Unterstützung der Abscheidung gasförmiger Schadstoffe wurde ursprünglich Kalk nach dem Flugstromprinzip dem Rauchgasstrom beigegeben. Im Jahr 2000 wurde das Krematorium um eine dritte Kremationslinie erweitert. Auch hier fiel die Entscheidung für den Etagenofen, System Ruppmann, der zur Rauchgasreinigung jedoch mit katalytisch wirkenden Filterschläuchen ausgerüstet wurde. Nach den positiven Erfahrungen mit der katalytischen Filtration an Linie 3 erfolgte im Zuge der Erneuerung der Kremationslinien 1 und 2 in den Jahren 2001 und 2002 ebenfalls die Umrüstung auf die katalytische Filtration zur Rauchgasreinigung.

Das aus 3 Linien bestehende Krematorium Düsseldorf zeichnet sich im Wesentlichen durch folgende technische Merkmale aus:

-    freie Nutzung des Ofenvorraumes durch vollautomatisch arbeitende Sargeinfahrmaschine in Unterflurbauweise,
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erdgasbefeuerter Etagenofen, ausgeführt als Mehrkammerofensystem,

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kompakter Wärmetauscherturm zur schnellen Rauchgaskühlung, wodurch PCDD/F- Rückbildungseffekte nach der de novo-Synthese behindert werden,

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Multizyklonabscheider zur Rauchgasdurchmischung und Funkenflugabscheidung,

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leistungsfähiges Gewebefilter, bestückt mit katalytisch wirkenden Filterschläuchen zur PCDD/F- Zerstörung,

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zentrale Staubsaugeanlage als Arbeitsschutzmaßnahme.

Unterofen
Aussenansicht
Oberofen

 Technische Daten:

 Kremationsofen:    2 x Etagenofen Typ 070/8-4
    1 x Etagenofen Typ 071/8-3
 Rauchgaskühlung:   3 x Wärmetauscherturm (Eco-Rohrbündel / 1 Luvo Linie 2)
    3 x Wasser/Glykolkreis mit Rückkühlwerk
 Rauchgasreinigung:     3 x katalytische Filtration (Zerstörung PCDD/F)
    Zentrale Staubsaugeanlage
 Prozesssteuerung:   1 x SPS, System Siemens S7
    2 x SPS, System Siemens S5 (Linien 2 und 3)
    1 x Visualisierungssystem

 

In der Zeit von September 2008 bis April 2009 wurden an der Kremationslinie 3 ein umfangreiches Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur „Untersuchung der Möglichkeiten und Auswirkungen der Temperaturabsenkung in der Nachbrennkammer bei der Einäscherung in Krematorien" durchgeführt. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass die Emissionsgrenzwerte der 27. BImSchV, und insbesondere PCDD und PCDF, auch bei Nachverbrennungstemperaturen von 650 und 750 °C mit entsprechendem Sicherheitsabstand eingehalten werden (siehe Tabelle). Gleichzeitig konnten rund 30 bis 35 % des Primärenergieeinsatzes eingespart und der CO2-Ausstoss entsprechend gemindert werden. Weitere Details zu diesem, von der Deutsche Bundesstiftung Umwelt teilgeförderten Projekt, sind auf Anfrage gerne erhältlich.

Emissionsmessungen DBU