Schaumstoffverbrennung

Umweltschutz durch dezentrale Energienutzung

 

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union hatten am 9. März 2007 in Brüssel beschlossen, den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren. An diesen Forderungen müssen sich innovative Unternehmen und Technologien messen lassen.

 

Als kunststoffverarbeitendes Unternehmen stellt die Fa. Odenwald Chemie GmbH mit Sitz in Schönau und Neckarsteinach Schaumstoffformteile, Dichtungsmassen, Plaste und andere Kunststoffteile für die vielfältigsten Einsatzbereiche in der Auto-, Bau- und Allgemeinindustrie her. Dabei fallen hochkalorische Stanzrückstände aus Polyurethan und Polyethylen an. In der Vergangenheit wurden diese Rückstände per LKW zur thermischen Verwertung in Müllheizkraftwerke gefahren. Andererseits wird für die Herstellung der Kunststoffprodukte an den beiden Produktionsstandorten erheblicher Primärenergieeinsatz benötigt. Vor diesem Hintergrund wurde RUPPMANN mit der Errichtung einer Schaumstoffverbrennungsanlage am Produktionsstandort Neckarsteinach beauftragt, die 2009 dem Betrieb übergeben wurde.

 

Der hierfür konzipierte Verbrennungsofen ist als Mehrkammerofen ausgeführt und besteht aus einer Hauptbrennkammer mit verriegelter Materialbeschickungsvorrichtung und einer Nachbrennkammer zur Restoxidation der unverbrannten gasförmigen Rauchgasbestandteile. Beide Kammern werden bei Bedarf mittels Ölbrenner beheizt. Das Rohgas verlässt den Mehrkammerofen über einen gemauerten Unterflurkanal und wird in einem Abhitzekessel auf die für die Rauchgasreinigung geforderte Betriebstemperatur abgekühlt. Die dabei freiwerdende Energie wird in ein bereits vorhandenes Dampfnetz auf dem Betriebsgelände eingespeist. Zur Rauchgasreinigung wird die Trockensorption nach dem Flugstromprinzip angewandt. Durch Eindüsung von Additiven, einem Kalk- / Aktivkohlegemisch, werden im Rauchgas gasförmig mitgeführte Schadgase, wie beispielsweise Schwefeloxide und Schwermetalle, aber auch mögliche Spuren an Dioxinen und Furanen, adsorbiert. Die auf diese Weise  partikelgebundenen Schadstoffe werden zusammen mit den ebenfalls im Rauchgas mitgeführten Stäuben im Gewebefilter abgeschieden.

 

Das so gereinigte Abgas wird über einen Kamin an die Atmosphäre abgegeben. Das Abgas entspricht den Anforderungen der 17. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung (17. BImSchV) und wird kontinuierlich auf seine Parameter CO, NOx, O2, Temperatur, Rauchgasdichte überwacht.

Photo: Dipl.-Ing. Michael Schneider, Fa. Odenwald Chemie GmbH, Schönau