Edelmetallrecycling

Nachhaltigkeit im Zeichen der Rohstoffknappheit

 

Seit einigen Jahren wird nicht nur in den Medien das Thema Rohstoffknappheit zunehmend diskutiert. Durch die immer intensiver spürbare Globalisierung und die neuen technologischen Anforderungen in den Entwicklungs-, aber auch Schwellenländern wie China oder Indien, steigt währenddessen der Bedarf an „knappen Ressourcen" immer weiter an. Dazu gehören auch die Edel- und Halbedelmetalle, wie Gold, Silber oder Kupfer. Durch die vielseitige Verwendung dieser Metalle, z. B. in der Telekommunikation, der Automobilbranche oder in der Chemieindustrie, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die natürlichen Vorkommen komplett gefördert und verarbeitet worden sind (US Department of the Interior / US Geological Survey: Mineral Commodity Summaries 2007)::

Angesichts dieser Prognosen ist dringend eine nachhaltige und ressourcenschonende Form der Wiederaufbereitung und -verwendung gefragt. Erschwerend kommt hierbei hinzu, dass die zurück zu gewinnenden Edelmetalle in unterschiedlichen Verbundstoffen vorliegen. Sie bedürfen also einer mehrstufigen Aufbereitung, die in Abhängigkeit des Ausgangsproduktes und der zu erzielenden Reinheitsstufe zu konzipieren ist. Die häufig auch als „Gekrätz" bezeichneten Ausgangsprodukte sind meist mit brennbaren organischen Stoffen verbunden, so dass sich als erste Aufbereitungsstufe ein Gekrätzveraschungsofen zur thermischen Behandlung anbietet.

 

Seit mehreren Dekaden setzt RUPPMANN für derartige Anwendungsbereiche einen Mehrkammerofen ein, der entweder als Doppelofen mit zwei Frontbeschickungsöffnungen oder als Einzelofen mit einer frontseitigen Beschickungsöffnung geliefert werden kann. Mit Blick auf eine eindeutige Zuordnung zwischen Einsatzstoff und Ascheprodukt werden die zu behandelnden Rückstände in einem Behältnis (Schale / Wanne) oder als Materialgebinde direkt in die Hauptbrennkammer auf eine indirekt beheizten Herdplatte aufgegeben und nach der Veraschung wieder entnommen (Batch-Betrieb). Nach dem vollautomatischen Verschließen der Hauptbrennkammer wird das Brenngut durch Verbrennungsluftzugabe und bei Bedarf mittels Gasgebläsebrenner verascht. Dieser Vorgang erfolgt unter intensivem Wärmeaustausch mit den Feuerraumwänden und dosierter Verbrennungsluftzugabe über Primärluftdüsen, die in den Feuerraumwänden integriert sind. Das in der Hauptbrennkammer entstehende Rauchgas gelangt in die Nachbrennkammer und wird dort einer effektiven Nachverbrennung unter Berücksichtigung der gewünschten Temperatur-, Verweilzeit- und Turbulenzbedingungen unterzogen. Dies führt zu niedrigen Kohlenmonoxid- (CO) und Gesamtkohlenstoffemissionen (Cges), die ihrerseits Indikatoren für eine primärseitige Zerstörung polychlorierter Dibenzo-p-dioxine und Dibenzofurane sind.

 

Derartige Anlagen unterliegen in Deutschland der 17. BImSchV (17. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung). Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wird üblicherweise das Trockensorptionsverfahren zur Rauchgasreinigung eingesetzt. Bei diesem Verfahren, das sich bei Kleinverbrennungsanlagen bestens bewährt hat, werden Additive, in der Regel ein Gemisch aus Kalk und Aktivkohle, in den Gasstrom eingedüst, wodurch organische Schadstoffe sowie nicht-organische Verbindungen, wie SOx, HCl, HF, und Schwermetalle adsorbiert werden. In einem zweiten Verfahrensschritt werden die nun partikelförmig vorliegenden Schadstoffe in einem leistungsfähigen Gewebefilter abgeschieden. Bei besonders hohen Schadstoffeingangskonzentrationen oder bei stark schwankenden Produktkonzentrationen wird zur sicheren Einhaltung der Emissionsgrenzwerte ein zusätzliches Festbettfilter, das mit einer Adsorptionsschüttung befüllt ist, nachgeschaltet.

 

Ein nach den vorgenannten Gesichtspunkten konzipiertes Doppelofensystem wurde bei der Fa. RECOM Metallgesellschaft mbH in Aschaffenburg (Deutschland) installiert:  

Abbildung entnommen aus: Schetter, G., Burk, H., Leiderer, L., Seliger, F. J. – CIT Plus, 12. Jahrgang, März 2009

 

Mit der von RUPPMANN entwickelten Gekrätzveraschungstechnik wird ein wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen und umweltgerechten thermischen Aufbereitung edelmetallhaltiger Produktionsrückstände geleistet. Sie erfüllt in besonderem Maße die Vorgaben des Umweltschutzes. So belegen beispielsweise die Abnahmemessungen bei der Fa. RECOM, dass die Emissionsgrenzwerte der 17. BImSchV nicht nur eingehalten, sondern erheblich, meist um mehr als eine Zehnerpotenz, unterschritten werden.

Tabelle entnommen aus: Schetter, G., Burk, H., Leiderer, L., Seliger, F. J. – CIT Plus, 12. Jahrgang, März 2009

 

Weitere Informationen:

» Vortrag Berliner Recycling und Rohstoffkonferenz 03.2015 (PDF-Datei)
» Sonderdruck CIT-Plus 03.2009 (PDF-Datei)




Referenzen


 

Cendror Récupération S.A.

La Chaux-de-Fonds

(Bauvorbereitung)

 

  Einzelofen mit Anschluß an die vorhandene Rauchgasreinigung

Nobra GmbH

Rippershausen 

(2015)

 

 

Doppelofen mit Rauchgaskühlung sowie Rauchgasreinigung (17. BImSchV) mittels Trockensorption nach dem Flugstromprinzip

 

Nobra GmbH

Rippershausen 

(2014)

 

 

Doppelofen mit 4-fach Beschickung, Rauchgaskühlung und Wärmenutzung sowie Rauchgasreinigung (17. BImSchV) mittels Trockensorption nach dem Flugstromprinzip


Gavia SA

Fornasette-Monteggio (Schweiz)

(2014)

 

 

Doppelofen mit Rauchgaskühlung sowie Rauchgasreinigung (17. BImSchV) mittels Trockensorption nach dem Flugstromprinzip

 

Burger & Gyr Edelmetall Recycling AG

Keltern

(2012)

 

 

Einzelofen mit Rauchgaskühlung sowie Rauchgasreinigung (17. BImSchV) mittels Trockensorption nach dem Flugstromprinzip

 

Cendror Récupération S.A.

La Chaux-de-Fonds

(2011)

 

 

Doppelofen mit Anschluß an die vorhandene Rauchgasreinigung

 

 » Cendror (CH)

 

Nobra GmbH

Rippershausen 

(2011)

  

2 Linien mit Doppelofen, Rauchgaskühlung und Wärmenutzung sowie Rauchgasreinigung (17. BImSchV) mittels Trockensorption nach dem Flugstromprinzip

 

» Nobra (D)

 

Mairec GmbH

Alzenau            

(2011)

 

Doppelofen, Rauchgaskühlung und Wärmenutzung sowie Rauchgasreinigung (17. BImSchV) mittels Trockensorption nach dem Flugstromprinzip

» Mairec (D)


RECOM Metallgesellschaft mbH

Aschaffenburg 

(2007)  

 

Doppelofen mit Rauchgaskühlung und Rauchgasreinigung (17. BImSchV) mittels Trockensorption nach dem Flugstromprinzip
 

Heimerle & Meule GmbH
Pforzheim
(2006)

  Nachrüstung einer Rauchgaskühlung und Rauchgasreinigung (17. BImSchV) mittels Trockensorption nach dem Flugstromprinzip und nachgeschaltetem Festbettfilter am Standort Mühlkanal

Heimerle & Meule GmbH
Pforzheim
(2006)

  Erneuerung der 1980 am Standort Dennigstraße erstellten Einzelofen-Gekrätzveraschungsanlage


Cendror Récupération SA (CH)
La Chaux de Fonds
(2003)

  Erneuerung einer von Ruppmann erstellten Einzelofen-Gekrätzveraschungsanlage


Wieland Dental und Technik
GmbH & Co. KG
Pforzheim
(2003)


  Nachrüstung einer Rauchgaskühlung und Rauchgasreinigung (17. BImSchV) mittels Trockensorption nach dem Flugstromprinzip


Wieland Dental und Technik
GmbH & Co. KG
Pforzheim
(2001)


  Erneuerung der 1976 bei der Fa. Dr. Th. Wieland erstellten Doppelofen-Gekrätzveraschungsanlage einschließlich Feuerungsanlage (Gebläsebrenner)



Referenzen (vor 2000):


 

Referenzen (vor 2000):

rund 30 Einzel- oder Doppelofensysteme zur Gekätzveraschung
u. a. bei Heraeus GmbH, Hanau, Heimerle & Meule GmbH, Schaefer GmbH und Dr. Th. Wieland GmbH, Pforzheim sowie diversen Firmen im Raum La Chaux de Fonds und Genf (CH)